Många bäckar små gör en stor å
Viele kleine Bäche ergeben einen großen Fluss
(schwedisches Sprichwort)

Es war nötig; überfällig – zwei Wochen raus aus der Alltags-Mühle, nur das Rauschen von Baumwipfeln, die nächtlichen Rufe der Lummen auf dem See und das Summen unzähliger Libellen, Käfer und Hummeln um mich herum.
Telefon, Top-Ten-Charts aus der Nachbar-Wohnung, Stadt-Gedröhne? Nö; Fehl-Anzeige. Wunderbar.
Der alte 945er wurde beladen (womit berichte ich gleich), und ab ging’s – mit zuckeligen 90km/h in Richtung Fredrikshavn (Dänemark) um dann mit ‘m Kutter über Göteborg weiter ins schwedische Dalarna zu gondeln… entspannte 22 Stunden Fahrt im „Trusty ol‘ Volvo“ lagen vor mir.
Tank voll, Mucke aus der Box, Stullen und Frikadellen vorbereitet. Fenster runter und Vollgas, ein guter Tag um Benzin zu verbrennen.

Angeln, Jagen, Holz hacken, Feuer machen, draußen schlafen. Was braucht’s dafür? Ich stelle hier kurz einige meiner individuellen Highlights vor – nicht extra gekauft, aber altbewährt:
Wer diesen Blog hier liest weiß sofort, dass ein Gegenstand nicht fehlen darf – mein Trangia! Warum das so ist könnt Ihr gerne noch einmal in dem entsprechenden Beitrag unter dem Link nachlesen.
Neu gekauft habe ich mir tatsächlich einen neuen Stiefel – nach mittlerweile fast 20 Jahren war mein Hanwag Alaska GTX schlicht und einfach „fertig“. Für den Sommer sollte es jetzt aber ein leichter, robuster Stiefel sein. Der Zufall wollte es, dass wir den Garmont Nemesis 6.2 GTX derzeit im Angebot haben. Und was soll ich sagen – der Stiefel hat mich schlichtweg umgehauen. Der Schuh gibt einen super-Halt, auch beim „Querfeldein-Latschen“ in den schwedischen Wäldern. Insbesondere das Material und Fußbett sind der Oberhammer – ich war recht spontan in meiner Entscheidung – eintragen musste ich den Nemesis 6.2 GTX nicht! Ich konnte ihn direkt blasenfrei tragen, auch den ganzen Tag über.
In Kombination mit den wasserdichten Sealskinz Bircham Socken durchquere ich den Bach trockenen Fußes – und pfeife mir ein Lied dabei. Das Loblied auf die Socke habe ich in diesem Blog-Beitrag schon einmal gesungen.

Für die Jagd habe ich mir den Eberlestock Just One Pack besorgt – ein Mega-Rucksack! Ganz ehrlich, ich habe noch keinen so guten Jagd-Rucksack getragen; außerdem lässt sich das Teil wunderbar als Allrounder tragen. Ein bißchen schwer vielleicht… aber extrem robust – den Rucksack könnte ich eine Schlucht runterschmeißen, und ihn danach aufheben, Staub abklopfen und wieder aufsetzen. Das Trage-System ist wie für mich gemacht – ich kann mir mittlerweile gut vorstellen, das Just One Pack auf eine lange Wanderung mitzunehmen – die Gewehrscheide würde ich dann für die Angel nutzen können.
In puncto Jagd schwöre ich außerdem auf den Cheeky Riser von Mystery Ranch – die Wangenauflage mit kleiner Tasche ist perfekt um auf der Pirsch mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein, beim Ansitz habe ich alles in direkter Reichweite, und angenehm ist das Teil bei Schussabgabe zudem auch noch. Auf dem Rucksack habe ich zudem die Shooting Rest von Eberlestock via MOLLE montiert
Bevor es zu Irritationen kommt: Ich besitze in Dalarna Land inklusive Jagdrecht – auf eine Pauschal-Baller-Reise begebe ich mich sicher nicht; und ich habe keinen Schuss abgegeben. Die Jagd besteht für mich zu 99% aus Transzendenz und Natur-Beobachtung. Also bitte… ganz entspannt durchatmen.

Natürlich ist neben einem günstigen Messer von Mora (Pro C Carbon) mein absolutes Lieblings-Messer und Tool an Bord gewesen – klein, extrem handlich, unglaublich scharf und robust wie ein Elch: das Peltonen M23 Ranger Cub. Ich habe dieses Messer gekauft als es neu in unser Sortiment aufgenommen wurde – direkt am ersten Tag; und ich bereue es in keiner Sekunde. Ob es zum Schnitzen, Zerwirken von Wild, als Tool oder sogar zum Spalten kleinerer Holzstücke im Einsatz ist. Das Messer liefert ab. Die Kollegen belächeln mich schon; ich überlege tatsächlich mir ein zweites zu kaufen… Vermutlich wird es aber das Peltonen M07 – die Firma Peltonen ist für mich ein Musterbeispiel an Handwerkskunst; schnörkellos, kompromisslos in der Qualität, und extrem effektiv in der Anwendung.

Natürlich hatte ich auch meine heißgeliebte Woolpower Thermo Jacke dabei – gebraucht habe ich sie aber nicht.
Da ich ja das Tragen des Rucksacks fest eingeplant hatte, wollte ich die Funktions-Kleidung von UYN einmal testen – das Terracross Trekking Shirt ist eigens für das Tragen eines Rucksacks konzipiert. Gleich vorweg: ich bin nicht wirklich begeistert.
Grundsätzlich funktioniert die angedachte Dämpfung im Schulterbereich wirklich ganz gut, und auch der Rückenbereich bleibt angenehm trocken, aber… Nach ungefähr 3 Tagen anspruchsvoller Nutzung löste sich das Knit-Gewebe.. Das darf bei einem Shirt in der Preisklasse einfach nicht passieren! Für eine zweitägige Wanderung sollte das Shirt gut funktionieren, wer aber echtes, wildes Outdoor-Abenteuer und Trekking mit dem Shirt betreiben möchte… meine private Einschätzung: Finger weg!

Um eines klarzustellen – alle hier beschriebene Gegenstände habe ich mir privat gekauft, diese Zeilen schreibe ich ohne von den genannten Marken in irgendeiner Weise gesponsort oder bezahlt zu werden.
Die Kombination dieser Gegenstände ergeben für mich ein gutes Setup (wir sprachen schon einmal von individuellen Anforderungen an Equipment) – aber klar ist auch: Das perfekte Setup ist Deine individuelle Auswahl von Einzelgegenständen; meine Auswahl kann eine gänzlich andere sein.

Denn viele kleine Aspekte und Teile ergeben das große Ganze – Perfektion ist ein Zusammenspiel von vielen kleinen, idealen Einzelteilen.
Ein wunderschöner See ist nichts, ohne all die kleinen Zuflüsse und Rinnsäle die ihn perfekt machen:
Många bäckar små gör en stor å.