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Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.

Franz Kafka

Rhino Rettung Afrika

Size Matters; insbesondere Männer (aber definitiv nicht ausschließlich) scheinen dieser Überzeugung bis heute nachzuhängen. Und nein – wir werden heute nicht über Balzverhalten und Fortpflanzungsversuche des Säugetiers Homo Sapiens sprechen. Dennoch weiter unten dazu noch etwas mehr!

Thematisch habe ich den Blog heute mal ein bisschen breiter gefasst, aber an einem konkreten Beispiel verdeutlicht.

Wusstest Du, dass eine einzige Wildbiene bis zu 5000 Blüten bestäubt?

Wusstest Du, dass sich der Bestand von Vogelpaaren des Wintergoldhähnchen (Stand 2019) innerhalb von 12 Jahren um 1,1 Millionen verringert hat?

Wusstest Du, dass seit 1990 die Hälfte aller Tagfalter-Arten aus Europa verschwunden sind, und von den verbleibenden Arten 80% auf der „Roten Liste“ stehen?

Wusstest Du, dass ein Drittel der Säugetiere (Stand 2020) in Deutschland im Bestand gefährdet sind?

Die Liste ließe sich beliebig fortführen… z.B. (und jetzt konkret):

Wusstest Du, dass im Jahr 2024 alleine in Südafrika durchschnittlich pro Tag mehr als ein Nashorn abgeschlachtet und gewildert wurde?

Offiziell ist die Rede von 420 illegal getöteten Nashörnern (Dunkelziffer mit eindenken!). Seit ca. 50 Millionen Jahren gibt es die Rhinozerosse auf dem Planeten – 5 Arten haben bis in die Neuzeit überlebt.

Seit einigen Jahren erholt sich der Bestand dieser stark gefährdeten Art wieder. Gaaanz langsam; und mit Rückschlägen – denn insbesondere in der traditionellen chinesischen Medizin, (beispielsweise) der jemenitischen Kunst und als pures Luxus-Objekt bei Menschen die schon alles haben, steigt die Nachfrage nach Nashorn. Mittlerweile ist das Horn der Rhinos sogar reines Investitions-Objekt oder als Geschenk für wichtige Geschäfts-Partner nachgefragt.

Der Content Creator Kuni hat sich bereits im Jahr 2023 zusammen mit der Non Profit Organisation 22nd Wildlife in Südafrika auf die Jagd nach Wilderern begeben,

und seine Reichweite als YouTuber genutzt um auf die dramatische Situation der Nashörner (aber auch der von Armut gebeutelten Wilderer) aufmerksam zu machen.

Als er uns davon erzählte, von den Strapazen der Ranger vor Ort, den Umständen der Organisationen in Afrika, usw… waren wir sofort begeistert; und es war sofort klar, dass wir die Arbeit der Ranger und Kuni’s Projekt (hier ein Link zu seinem YT-Kanal) unterstützen wollen.

Im Jahr 2025 ist es nun wieder soweit. Kuni ist mittlerweile wieder in Afrika angekommen; zusammen mit seinem Kameramann.

Die beiden werden den Rangern vor Ort helfend zur Hand gehen, und gleichzeitig eine Doku drehen, um uns allen ein Verständnis für die Situation vor Ort zu ermöglichen.

Wir alle wissen, um die dramatische Situation unseres Planeten, des Lebensraums unzähliger Tierarten, Pflanzen und Organismen aller Couleur. Wir wissen um die dramatische ökonomische Situation wirklich verdammt vieler Menschen, und den verzweifelten Versuchen dieser Menschen „über die Runden“ zu kommen – auch und oft genug durch fragwürdige Formen des Wirtschaftens und Handelns.

Information ist ein wichtiger – wenn nicht der wichtigste – Schritt auf dem Weg zu Veränderung und Verständnis.

Ihr macht einen wunderbaren Job da unten – wir wünschen Euch weiterhin eine sichere, erfolgreiche und erfüllende Arbeit!

Und um nochmal auf das Balzverhalten pseudo-maskuliner Homo Sapiens zurückzukommen – ernstzunehmende Studien haben eindeutig ergeben, dass Nashorn-Produkte weder in der Medizin Wirkung zeigen, noch die Potenz steigern oder auf irgendeine Art und Weise erhalten. Sorry, guys.

(Geheimtipp: bisschen mehr Sport, gesund Essen und weniger Rauchen helfen deutlich mehr als geraspeltes Keratin)

Übrigens; am 21. April 2025 verstarb der Papst

die ganze Welt war stark betroffen, die Nachrichten waren voll davon. Man konnte das Gefühl bekommen, der Menschheit sei eine Katastrophe biblischen Ausmaßes beschert worden.

Am 21.4. verstarb außerdem heimlich, still und leise, von der Öffentlichkeit vergessen, ein Nashorn.

Ein Tier. Pfff.

Aber: Der Garten Eden ist an diesem Tag wieder einmal ein bisschen leerer geworden. Es war das letzte Exemplar des Nördlichen Breitmaulnashorns.

Ausgestorben. Weg. Für immer. (Es sei denn die Menschen spielen einmal mehr Gott, und versuchen sich am Klonen)

Der Mensch – Krönung der Schöpfung, und gleichzeitig das einzige Lebewesen, dass ganz bewusst und bereitwillig die eigene Lebensgrundlage zerstört. Willig, und enthusiastisch dem Profit, statt dem Leben verpflichtet, so scheint es.

Traurig, nicht wahr? Genau – gleiches gilt im Übrigen (und ganz besonders) auch für Insekten (bereits 2017 wurde festgestellt, dass die Biomasse der Fluginsekten sich um 75% reduziert hat!), Vögel (wer von Euch hat schon einmal einen Wiedehopf gesehen?), und vom Artensterben in den Meeren (Dorsch oder Hering z.B. werden in Ost- und Nordsee innerhalb der nächsten Jahre ausgestorben sein, wenn nicht gegen professionalisierte Flotten und Boden-Netze effektiv vorgegangen wird) fangen wir besser gar nicht an zu sprechen…

Und trotzdem hören wir all zu viele salbungsvolle Ausreden und „Alternativlosigkeiten“; vielleicht akzeptieren wir diese Schein-Argumente aber auch allzu gerne aus purem Egoismus und Bequemlichkeit?

Kuni – gute Aktion! Wir helfen gerne, und fassen uns trotzdem und gleichzeitig auch an die eigene Nase!

Vielleicht fragt Ihr Euch auch einmal, was Ihr persönlich (in welcher Form auch immer) tun könntet und könnt. Auch wir haben das getan.

Denn wenn das Licht aus ist, bleibt es aus. Für immer.

Die Klimakrise bedroht die Art, wie wir leben. Aber das Artensterben definiert, ob wir leben.
Dirk Steffens, Wissenschaftsjournalist

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